Das Projekt TAO unter der Federführung der Berner Fachhochschule (BFH) konnte Anfang Oktober offiziell gestartet werden. Die BFH lud alle Projektpartner sowie interessierte Behörden-, Verbands- und Medienvertreter am 26. Oktober 2010 zum offiziellen Kick-off ein.
Auf dem Programm stand eine kurze Präsentation des Projekts sowie Keynote-Vorträge verschiedener Projektpartner aus dem In- und Ausland. Anschliessend stellten sich die Projektpartner den Fragen aus dem Publikum, bevor zum Abschluss ein Apéro serviert wurde.
Zum Auftakt brachte Jürg Römer, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft und Verwaltung der Berner Fachhochschule (BFH), seine Freude zum Ausdruck: «Wir können das Projekt gemeinsam mit hochkarätigen Partnern aus Deutschland und den Niederlanden durchführen, und es ist gelungen, in der Schweiz eine ganze Palette von Partnern – von Non-Profit-Organisationen über KMUs bis hin zu Grossunternehmen – für das Projekt zu gewinnen. Dies ist als grosser Erfolg für die Förderung der E-Inclusion in der Schweiz und für die Internationalisierung der Schweizer Fachhochschulen im Forschungs- und Entwicklungsbereich zu werten.»
Beat Estermann, Koordinator des Projekts TAO, wies darauf hin, dass laut einer Studie der Universität Zürich rund die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer über 65 der Ansicht sind, dass das Internet auch von älteren Menschen stärker genutzt würde, wenn es altersgerechter wäre. Dazu sei es jedoch notwendig, Seniorinnen und Senioren das Wort zu geben und ihnen zuzuhören, um herauszufinden, wie sie das Internet denn besser nutzen möchten.
Exemplarisch für die vier Community-Partner – Seniorweb Schweiz, Seniorweb Niederlande, Wikimedia Schweiz und Wikimedia Deutschland – brachten Pavel Richter (Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland) und Kai Grabenhorst (Projektleiterin bei Seniorweb Niederlande) ihre Perspektive auf das Projekt zum Ausdruck: Während es Wikimedia Deutschland in erster Linie darum geht, auch unter den 50-Jährigen vermehrt aktive Autoren für die Wikipedia zu gewinnen, möchte Seniorweb Niederlande nach Wegen suchen, um die Online-Aktivitäten ihrer Mitglieder auf der eigenen Online-Plattform zu stimulieren.
Markus Marquard von der Universität Ulm, die in der Altersforschung über langjährige Erfahrungen verfügt, erläuterte die verschiedenen Barrieren für ältere Menschen, die es beim Online-Zugang abzubauen gilt. Im Rahmen von TAO gehe es darum, dass ältere Menschen sich das Internet nicht nur erschliessen, sondern es auch für ihre Bedürfnisse und Interessen nutzen. Das Projekt TAO diene dazu, gemeinsam mit älteren Menschen herauszufinden, wie das Internet ein zusätzliches Fenster zur Welt öffnen kann und hilft, Freiheiten und Selbstständigkeiten im Alter zu erhalten. Ausserdem solle aufgezeigt werden, wie Ältere das Internet nicht nur konsumieren, sondern sich selbst aktiv an Online-Communities beteiligen und so ihre Kompetenzen und
Erfahrungen einbringen können.